Über mich

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Regina Ehlers ( Gina )

Diplom-Pädagogin
systemische Familientherapeutin
Lauftherapeutin (DLZ)
Nordic Walking Instructor (GNFA)
Übungsleiterin C “Fitness und Gesundheit”
Übungsleiterin B “Sport in der Prävention”

Lauftreffleitern Lauftreffs Nagold und Emmingen , begeisterte Läuferin seit über 30 Jahren

 

 

 

Wie ich zu der Läuferin wurde, die ich heute bin.

Mein Läuferleben begann 1986, da wurde ich dreißig. Wir waren zwei Jahre zuvor vom Südschwarzwald nach Nagold gezogen. Ich hatte dort eine Stelle in der Erziehungsberatungsstelle bekommen. Davor arbeitete ich in einem Kinder- und Jugendheim mit Jungs im Alter von 10 bis 18 Jahren.

Immer schon hat in meinem Leben Bewegung und Sport eine wichtige Rolle gespielt. Als Kind habe ich geturnt und Volleyball gespielt. Während meiner Studienzeit fiel mir das Buch von Kenneth Cooper: Bewegungstraining, in die Hände. Mein erster Laufversuch während des Studiums scheiterte allerdings daran, dass ich der Meinung war, Coopers Methode, des abwechselnden Laufens und Gehens sei unter meiner Sportlerwürde. Und so lief ich natürlich viel zu schnell los und war am Ende meiner ersten Zwei-Kilometer-Runde völlig außer Atem und davon überzeugt, dass das Laufen nichts für mich sei.

Jahre später also 1986, hatte ich meinen körperlich und psychisch anstrengenden Job in der Heimerziehung mit einem bedeutend ruhigeren in der Erziehungsberatungsstelle getauscht, wurde dreißig und nahm zum ersten Mal in meinem Leben an Gewicht zu.

Mir fehlte der sportliche Ausgleich. In meinem Alltag kam die Bewegung deutlich zu kurz. Und so fiel mir das Büchlein von K. Cooper wieder in die Hände und ich beschloss, es nochmal zu probieren. Wir wohnten ganz in der Nähe eines schönen Waldgebietes, ich war sowieso jeden Tag zum Spazierengehen mit meinem Hund draußen: also was lag näher als einfach mal loszutraben. Ich hatte mir meine tägliche Hundeausführstrecke ausgesucht, sie etwas verlängert auf 5,5 km und nahm mir vor, jeden Morgen von Montags bis Freitags nun zu laufen, statt zu gehen. Natürlich kamen für mich auch diesmal Gehpausen nicht in Frage. Kurzum, ich zog es durch, der Hund fand es klasse, ich fand’s zum Kotzen. Es war anstrengend. Es war öde und langweilig und jeder, der behauptete, Laufen mache Spaß, der konnte nur lügen! Davon war ich zutiefst überzeugt!

Aber mein Hund fand es klasse und da er mich so glücklich „angrinste“ (ja, Hunde können grinsen) und ich ja eh raus musste, machte ich weiter. Jeden Tag leise vor mich hin schimpfend…, bis ich eines Tages nach Hause kam, – es waren bestimmt vier Wochen vergangen – und ein zutiefst zufriedenes Gefühl spürte und dachte: „hey das war schön!“.

Als neun Jahre später mein Hund starb, trauerte ich sehr, wollte fast schon mit dem Laufen aufhören, da ja mein treuer Begleiter nun nicht mehr da war. Aber ich lief weiter, denn das Laufen half mir, den Verlust zu überwinden. Und dann sagte Michael, mein Mann, eines Tages, dass er jetzt mit laufen wolle. Ich glaube, irgendwie war es ihm wohl doch unheimlich, dass ich da immer so ganz allein durch den Wald rannte. (Er erzählt die Geschichte natürlich anders).

Mir tat es gut, wieder eine Begleitung zu haben und zu sehen, dass Michael sich mit dem Laufen anfangs auch schwer tat. Schnell holte Michael aber in seiner Ausdauerleistung auf.

Wir trainierten zu zweit oder ich lief allein durch den Wald, meist zwei bis dreimal die Woche unsere Hausstrecke. Es wurde zur Routine, ich kam aber irgendwie nicht weiter und ich merkte, wie meine Motivation schwand. Um neue Impulse zu bekommen, meldete ich mich 1998 zu einem Laufseminar mit Thomas Wessinghage im Robinsonclub in Scuol in der Schweiz an. Michael hatte in dem Jahr keine Zeit und ich ging mit einem mulmigen Gefühl dorthin.

In dieser Laufwoche lernte ich nette Menschen kennen, die sehr unterschiedlich waren, die aber alle das Thema „Laufen“ gemeinsam hatten. Thomas und seine Mitarbeiter vermittelten mir, jeder auf seine Weise, wie wichtig und wertvoll es ist, meinen eigenen Weg zu finden. Ich machte mit ihrer Unterstützung zum ersten Mal die Erfahrung, dass ich auch länger als eine Stunde am Stück laufen kann. Die Gruppe trug ihren Teil dazu bei, dass ich ganz neue Impulse für mich und für mein Laufen bekam.

Von da an, trafen wir uns jedes Jahr zur Laufwoche in Scuol, später dann, als das Hotel nicht mehr existierte, in Damp und am Tegernsee. Bis heute gibt es die Gruppe noch und wir treffen uns einmal jährlich im Herbst irgendwo in Deutschland, organisiert von einem der Mitglieder der Gruppe, zu einem Wochenende mit Laufen und geselligem Austausch.

Durch diese Gruppe habe ich den Mut bekommen, mich Wettkämpfen zu stellen. Den ersten Halbmarathon lief ich 1999. Es war ein kleiner Volkslauf und ich lief als Letzte über die Ziellinie. Hinter mir riefen die Streckenposten auf der zweiten Runde an jeder Weggabelung: „ das ist jetzt die letzte, Ihr könnt jetzt abbauen!“ Und die letzten zwei Kilometer fuhr auch noch der Krankenwagen im Schritttempo hinter mir her. Ich kam mit 02:22:20 ins Ziel, war total entnervt und schwor mir, dass mir so etwas nie mehr wieder passieren würde.

Durch die Scuolfreunde ermutigt, beschlossen Michael und ich, 2001 unseren ersten Marathon zu laufen und zwar in Berlin, denn da würde ich bestimmt nicht als Letzte ins Ziel laufen.

In dem Jahr hatte ich mich auch getraut, mich einem Lauftreff anzuschließen und merkte, dass mir das sehr gut gefiel, in der Gruppe unterwegs zu sein und nicht immer nur allein vor mich hin durch den Wald zu laufen.

Mittlerweile bin ich 12 mal die Marathondistanz gelaufen, habe viele Halbmarathons bestritten, habe die Leitung in unserem Lauftreff in Emmingen übernommen und die „Wellnessgruppe“ in Nagold und gemerkt, dass ich andere gut begleiten kann und sie für das gesundheitsorientierte Laufen motivieren und begeistern kann.

Ich bin zur Lebensläuferin geworden und freue mich, meine Begeisterung und meine tiefe Überzeugung von den heilsamen Wirkungen des ruhigen gemeinsamen Laufens an meine Mitläuferinnen und Mitläufer weitergeben zu können.

Diese Erfahrungen bewogen mich 2013, mich für die Ausbildung zur Lauftherapeutin zu entschließen. Diese Ausbildung bietet mir ein solides Fundament, meine Erfahrungen und das hier vermittelte Wissen dafür einzusetzen, Menschen durch Laufen mitzunehmen in ein gesundes, aktiv gelebtes Leben.

Regina Ehlers